Titel

Logo

Repertoire


Plakat (Gestaltung: Diana Giebel)   

Bernarda Albas Haus

von Federico García Lorca

Regie: Marlin de Haan
Bühne, Kostüm: Julia Rautenhaus
Choreographie: Brigitte König
Produktionsleitung: Holm Gottschling
Inzenierung 2007

Rheinische Post, 5.10.2007
„... doch statt einer pietätvollen Stille herrscht auf
der Bühne ein Gebrabbel und Gewirbel, bewegen die Senoritas ihre Fächer. Als würde eine Unruhe sie zerreißen, wird gegiftet, gezischt, getuschelt
und zwischendurch der Flamenco-Rhythmus angeklatscht. (...) Beachtenswerte kleine
Momente entstehen, wenn hinterm Fensterkreuz Annäherungen gespielt werden, die Frauen sehnsüchtig das Hochzeitskleid anhalten oder
ein Schaf als Ersatzkind herhalten muss.
                                                                                         Großer Applaus."

 










Magdalena: Pepe el Romano ist die beste Erscheinung der ganzen Gegend. Natürlich wäre, wenn er um dich anhielte oder um Amelia oder um unsere Adela, nicht aber, dass er das Verborgenste unseres Hauses sucht, eine Frau, die wie ihr Vater näselt
Martirio: Vielleicht gefällt ihm das!
Magdalena: Ich habe deine Heuchelei nie ausstehen können!

„Durch die Straßen von Sevilla
tanzt und tanzet Carmen,
ihre Haare sind schon weiß
und es glänzen ihre Augen.

Mädchen, zieh den Vorhang zu!
Mädchen, zieh den Vorhang zu!“

Adela: Man lehrt uns, wir sollen unsere Schwestern lieben. Gott muss mich in all der Dunkelheit allein gelassen haben, weil ich dich sehe, wie wenn ich dich nie gesehen hätte.

Bernarda: Jeder weiss, was er im Innern denkt. Die Herzen gehen mich nichts an, aber ich will eine schöne Fassade und Einigkeit in der Familie. Verstanden?

Adela: Ich möchte unsichtbar sein und durch die Zimmer gehen, ohne dass ihr mich fragt, wohin! Sieh mich nicht mehr an! Wenn du willst, gebe ich dir meine Augen, die frisch sind, und meinen Rücken, damit du dir deinen Buckel zurechtmachen kannst, den du hast, aber sieh weg, wenn ich vorbeigehe.

Martirio: Darf ich mir mit meiner Schwester nicht mal einen Spaß erlauben?
Adela: Das war kein Spaß, denn du hast nie an Spielen Gefallen gefunden. Dir ist was ganz anderes in der Brust geplatzt, was heraus wollte. Sags doch offen
Martirio: Schweig! – und bring mich nicht zum Sprechen, denn wenn ich spreche, rücken die Wände zusammen vor Scham!
Adela: Die Lästerzunge erfindet ohne Ende!


Fotos: Oliver Paul