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Repertoire


Programmheft
(Gestaltung: Diana Giebel)
 

Die Kleinbürgerhochzeit

von Bertolt Brecht

Regie: Marlin de Haan
Co-Regie: Michaela Hartmann
Bühne, Kostüm: Julia Rautenhaus
Choreographie: Brigitte König
Produktionsleitung: Holm Gottschling
Inszenierung 2008


Rheinische Post, 4.10.2008
„Vielleicht kann man Brechts „Kleinbürgerhochzeit“ nur auf diese Art in ihrer ursprünglichen Form bewahren: indem man sie mit einer Seniorentheatergruppe inszeniert. (…) In einer Hochzeitsgesellschaft, die ohne Ausnahme aus der Generation 60 plus besteht,  ergibt das alles noch eher Sinn. Und wirkt in de Haans Inszenierung erstaunlich frisch.“



Westdeutsche Zeitung, 4.10.2008
„Und so entwickelt sich (…) herrlich spießiges Bürgertheater, das seine Spannung ganz aus sich bezieht – aus der lapidaren Erzählung und den impressionistisch hingetupften Charakterisierungen. Für die Darsteller scheint es ein Heimspiel zu sein, so leicht und locker und voller Spielfreude schlüpfen sie in die von Brecht angelegten Rollen. (…) Stürmischer Applaus.“

Neue Rhein Zeitung, 4.10.2008
(…) „Eine gute Stunde boulevardesker Komödie mit Niveau und etwas Klamauk. (…) Herzlichen Beifall gab es vom fast ausverkauftem Haus für die Leistung der Akteure und des Regieteams.“

 

Der junge Mann:Wenn zwei junge Menschen in die Ehe treten, die reine Braut und der in den Stürmen des Lebens gereifte Mann, dann singen, heißt es, die Engel im Himmel!


Die Frau:Was heißt das?! Ich möchte ihn gern innen sehen!
Der Mann:Man schaut den Leuten doch nicht in den Schrank!
Die Frau:Ich meinte ja bloß. Aber du weißt ja immer alles besser. Na, dann eben nicht. Von außen ist der Schrank ja nun wirklich nicht so überwältigend, diese Einlagen hat man jetzt doch gar nimmer, jetzt hat man Glas mit bunten Vorhängen - aber innen kann er ganz gut sein, und das wollte ich eben sehen.


„Ach, sie schmolzen fast zusammen
Und er fühlte: sie ist mein.
Und das Dunkel schürt die Flammen.
Und sie fühlte: wir sind allein.
Und er küßte ihr die Stirne
Denn sie war ja keine Dirne
Und sie wollte keine sein.“

Die Braut:Der Tisch hinkt, es fehlen zwei Beine.
Der Bräutigam:Der Glühwein! Das Essen! Und jetzt kommen Reparaturen!
Die Braut:Die Stühle, der Schrank, die Chaiselongue!
Der Bräutigam:Die verfluchten Schweine!
Die Braut: Und  d e i n e  Möbel!
Der Bräutigam:Der eigene Hausstand!
Die Braut:Man weiß, was man hat!
Der Bräutigam:Schont es besser!


Der Vater:Ich dachte immer, wenn man was erzählt, was niemand angeht, wird es besser.
Sie vertragen es so schlecht, wenn man sie sich selbst überläßt.


Der Freund:Setzen wir uns, so gut es geht. Das macht ja alles nichts, wenn man vergnügt ist!


Fotos: Božica Babić