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Der neue Mieter

von Eugène Ionesco

Regie: Marlin de Haan.

Co-Regie/Bewegungstraining: Oliver Möller.
Ausstattung:  Julia Rautenhaus.
Musik:            Julia Klomfass


Inszenierung 2013


Fotos: Božica Babić

 

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Kritik Rheinische Post:  von CLAUS CLEMENS

„Auslöschen! Danke." Das sind die letzten Worte in Eugene Ionescos
Einakter „Der neue Mieter". Die Farce beschreibt den Einzug eines
Herrn mittleren Alters, der unter dem Geschwätz der Hausmeisterin
und der schieren Masse seiner Möbel zu ersticken droht. Ein hilfloses
Ende in einem Ballett der entleerten Worte und der Gegenstände.
In der Inszenierung des Düsseldorfer Seniorentheaters, ab jetzt im
„JuTa" zu sehen, ist der neue Mieter ein Herr hohen Alters. Gebeugt und
gebrechlich, aber würdig, erscheint Gerd Hendricks auf der leeren Büh-
ne. Ganz anders Gisela Lang in der Rolle der Hausmeisterin. Charmant
lockend und überaus rüstig, bietet sie dem Fremden ihren Gebäude-
tratsch an. Im ersten Teil der von Marlin de Haan eingerichteten Fas-
sung ist noch viel von Ionescos Groteske zu spüren. Dann aber über-
nehmen die Lebenserinnerungen einer ganzen Truppe gut gelaunter
Amateure das Bühnengeschehen. Aber nicht in Einzelschicksalen,
sondern  als Generationen-Stimmungen. Ionescos bedrohliches
Möbelgebirge wandelt sich zu ei em Potpourri musikalischer Erfolge
aus früheren Jahrzehnten. Selbstironisch verhüllt mit rosaroten
Overalls und giftgrünem Innenleben, bilden die Senioren eine fidele
Möbelpacker-Bande.
Kaum haben sie sich ihrer Lastenentledigt, mahnen die einen, frei
nach Dorthe: „Ach wärst du doch in Düsseldorf geblieben". Die anderen
freuen sich mit Marlene Dietrich:
„Ich hab noch einen Koffer in Berlin." Und so weiter, und so fort. Dem
pessimistischen Ende des Stücks will man eine positive Alternative
gegenüber stellen. Das Leben, wie auch immer es verlief, hat sich ge-
lohnt.

 



     

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