Titel

Logo

Repertoire

Plakat (Gestaltung: Diana Giebel)    

Vorher / Nachher

von Roland Schimmelpfennig

Regie: Marlin de Haan
Co-Regie: Michaela Hartmann
Bühne, Kostüm: Julia Rautenhaus
Produktionsleitung: Holm Gottschling
Inszenierung 2009





Rheinische Post, 16.10.09
„Die anfängliche Distanz zum Geschehen wird schnell aufgegeben, es folgt die eigene Betroffenheit. Das biologische Alter tritt zurück, Emotionen von früher kochen wieder auf. (…)In spannenden sechzig Minuten zeigt das Amateur-Ensemble einen Parcour von arkadischer Idylle bis hin zu kosmischer Endzeitstimmung.(…)“



Westdeutsche Zeitung, 16.10.09
„(…)Die Geschichten der Thirtysomethings schieben sich über die der Generation 60 plus. Erinnerung wird Gegenwart; Erfahrung erweist sich als Trugschluss. (…)“

 

„Es ist doch nicht zu bezweifeln: Ein Blick in den nächtlichen Sternenhimmel genügt: Diese unendliche Vielfalt – niemand kann mit Gewissheit sagen, wie und warum all das entstanden ist, wie dieses Universum geboren wurde, aber eines ist sicher: Wir sind nicht allein. Wir sind nicht allein. Irgendwo da draußen leben intelligente Wesen, und irgendwann, falls sich der Mensch auf diesem Planeten bis dahin nicht selbst vernichtet hat, werden wir diesen Wesen begegnen. Und wir werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn wir dann Lebensformen gegenüber stehen, von denen wir nicht einmal geträumt hatten.“
„Eine Frau um die Dreißig sitzt auf der Kante eines Doppelbetts. Neben dem Bett brennen zwei Nachttischlampen, die Deckenlampe ist aus. Neben der Frau ein Mann in Hosen und Unterhemd, keine Schuhe. Sie trägt nur noch Unterwäsche. Sie steht kurz davor, ihren Freund zu betrügen - zum ersten Mal in den elf Jahren, die sie jetzt mit ihm zusammen ist.“
„…Und jetzt lese ich in der Zeitung zufällig, dass der Film heute im Fernsehen kommt. Als ich das Foto gesehen habe, wusste ich es sofort: Das ist der Film: Und der Originaltitel ist tatsächlich „Hoppity goes to town". Hoppity - den Namen habe ich mir wirklich Jahrzehnte lang gemerkt…“
„…Da der Organismus nicht zwischen belebter und unbelebter Materie unterscheidet, erlebt er die Erde als einen im Vergleich zu seinem eigenen Planeten komplizierten Aufbau aus unterschiedlichen, zum Teil beweglichen und zum Teil unbeweglichen Modulen.“
„Ich nehme ständig eine andere körperliche Form an. Ich verwandele mich. Mehrfach am Tag. Unter Umständen sogar mehrfach in der Stunde. Zeitpunkt und Art der Verwandlung kann ich nicht beeinflussen. Ich bleibe allerdings immer eine Frau, soviel ist sicher, und meistens behalte ich auch mein biologisches Alter, aber es kann auch vorgekommen, daß das Alter springt. (…)“
„Ich habe mich heute beim Umziehen aus Versehen nackt gesehen. Das war ekelhaft. Wie ein Schwamm. Normalerweise mache ich in solchen Hotels das Licht im Bad gar nicht an. Ich mache alles im Dunkeln, ich dusche sogar im Dunkeln, damit ich mich nicht sehen muss. Ich mache das alles, damit ich mich nicht sehen muss.“
Fotos: Božica Babić